Studienreisen Private Fernreisen
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29.03. – 01.04. 2012  Uyuni – Potosí – Sucre – La Paz


Die Busfahrt von Uyuni nach Potosí führt durch interessante Landschaften und lässt dadurch die 5 Stunden-Strapaze vergessen. Außerdem ist sie fast durchgehend asphaltiert.  Hinter Uyuni  wird die Cordillera de la Chicha überwunden, an der alten, inzwischen bedeutungslos gewordenen Minenstadt Pulacayo vorbei auf eine weite Hochebene, von schneebedeckten Bergriesen umgeben, auf der unzähligen Lamaherden grasen. Dann wechselt das Landschaftsbild in ein Wildwest-Szenario mit meterhohen Säulenkakteen. Tiefblicke auf breite Flusslandschaften halten uns von der Müdigkeit ab. Wir hätten die Fahrt in vollen Zügen genossen, wenn wir nicht Zeuge eines tödlichen Motorradunfalls geworden wären. Das hat unsere Stimmung   gedämpft und Nachdenklichkeit aufkommen lassen.

Einige Reisebekanntschaften  hatten uns vor Potosí als einer ausnehmend hässlichen Stadt gewarnt. Das trifft aber nur auf die Außenbezirke zu. Und welche Stadt bietet da pittoreske Ansichten? Der Stadtkern von Potosí  scheint uns ansehnlicher zu sein als der von La Paz. Viele Bauten im kolonialen Stil prägen das Stadtbild, vor allem aber die vielen Jugendlichen machen die Stadt quirrlig-lebendig.

Potosí  versetzt uns in ambivalente Gefühle. Zum einen sind wir sehr gespannt auf die Stadt, die im 15. Und 16. Jhdt einmal die reichste der Welt gewesen sein soll. Den ungeheuren Reichtum begründeten die enormen Silbervorkommen im Cerro Rico, der über der Stadt thront, aus dem bis ins 19. Jhdt. 46.000 t Silber herausgeholt worden sind. Die Kehrseite der Silbermedaille hatten die Einheimischen zu erleiden. Gnadenlos haben die Spanier ganze Ortschaften von Indigenas entvölkert und in den Minen verrecken lassen. Ganz extrem wurde das Massensterben der Minenarbeiter, als  Quecksilber als Scheidemittel zur Silberherstellung eingesetzt wurde. Es gibt Schätzungen, dass bis zu 8 Mio Indigenas dem Silberboom bis zum 18. Jhdt. Zum Opfer gefallen sind. Nun sind die Silbervorräte erschöpft und Potosí ist eine geschäftige Provinzhauptstadt geworden. Außerdem streitet Potosí mit der Tochterstadt von La Paz, El Alto, um den Rang der höchst gelegenen Großstadt der Welt.

 

Am 30.03. besuchen wir die Casa della Moneda, eines der interessantesten Museen Boliviens, das als ehemalige Münzstätte des spanischen Vizekönigreichs viele interessante Schätze birgt. Am eindrucksvollsten sind die riesigen Münzprägemaschinen. Vom Turm der Kirche S. Merced hat man eine fantastischen Blick über die Stadt und den alles beherrschenden Cerro Rico.

Um 14 Uhr bringt uns der Bus nach Sucre, das über 1000 m tiefer liegt und in eine üppige subtropische Landschaft eingebettet ist.  Nach der Befreiung von der spanischen Herrschaft trägt die Stadt zu Ehren des Generals Don Antonio José  de Sucre dessen Namen und wurde 1825 Hauptstadt des selbstständigen Boliviens. Inzwischen hat La Paz ihr aber sämtliche Ministerien und auch das Parlament abgejagt. Lediglich der Oberste Gerichtshof ist geblieben. Wir fühlen uns sehr wohl in der hellen Stadt voller wunderschöner und gepflegter Kolonialhäuser. Viele hübsche Kneipen laden zum Verweilen ein. Als die älteste Universitätsstadt des amerikanischen Kontinents  scheint sie sich am Freitagabend nur so von jungen Leuten bevölkert auszugeben. 


31.3.2012 Sucre

Eigentlich sollte unser Flieger nach La Paz um  10 Uhr 30 starten. Doch die saubere Fluggesellschaft Aerosur hat  unsere Buchungen gecancelt und uns nur den Flug am 01. April garantiert. Sie weigern sich überdies uns die Kosten zu erstatten, dass wir uns für den Nachtbus nach La Paz entscheiden könnten. Dies ist unsere erste ernsthafte Störung, bringt uns aber nicht aus der Fassung. Wir fahren mit dem Taxi wieder in die Innenstadt zu unserem Hotel, San Francesco, mit einem schönen Patio und lassen uns den Tag mal treiben. Zumindest finde ich nun auch mal etwas Zeit, die Berichte über die Salar-Tour zu schreiben und die Fotos auszuwählen und auf die Website hochzuladen.

 

01.04.2012 Sucre – La Paz

Da unser Flug erst um 14 Uhr 30 angesetzt ist, können wir den Schlendrian vom Vortag in den Vormittag des 1. Aprils fortsetzen. Wir frühstücken in einem schönen Cafe, das von jungendlichen Backpackern offenbar besonders geschätzt wird und sind trotz des beträchtlichen Altersunterschiedes wohl gelitten.

Als wir erneut mit dem Taxi zum Flughafen hinausfahren, ist Katrin noch nicht überzeugt, ob wir diesmal wirklich mitkommen. Nach einiger Verspätung und trotz eines ordentlichen Gewitters befördert  uns die Maschine tatsächlich nach La Paz. Der Flug über die östliche Cordillera und die fantastischen Blicke zum Titicacasee und auf die Hauptstadt während des Landeanfluges entschädigen etwas für den Ärger mit der Verzögerung.