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Quito 15. - 17. Mai

 

Die netten Wirtsleute im Hotel versuchen uns ein wenig zu trösten. Das angenehme und familiäre Hotel "Travellers Inn" im lebhaften Stadtteil La Mariscal" nimmt uns erst einmal gastlich auf. Wir melden den Diebstahl bei der Touristenpolizei. Zu unserer Ueberraschung ist bei der Touristenpolizei der Hauptstadt niemand einer Fremdsprache mächtig. Wir kommen zwar mit unserem Spanisch schon durch, sind dennoch ziemlich befremdet ob solcher Unfähigkeit.

Wir fahren mit einem Taxi in die Altstadt. Auch der Taxifahrer ist empört über den dreisten Raub und entschuldigt sich fast für seine Landsleute. Irgendwie tut es unserer Seele gut, nette Menschen in der bisher als feindselig wahrgenommenen Stadt anzutreffen. Für die hübsche Plaza Grande haben wir nur ein halbes Auge. Immerhin tun die schönen Gebäude, die Kathedrale mit farbigen Kachelkuppeln aus dem 16. Jhdt., der säulengeschmückte Präsidentenpalast, das erzbischöfliche Palais und andere prachtvolle Gebäude aus der Kolonialzeit  dem Auge wohl. Gleichwohl wandeln wir irgendwie teilnahmslos durch die Gassen und die Fussgängerzone. Wir sind noch nicht angekommen in dieser Stadt. In einem Fotoladen finden wir bei einem sehr hilfreichen Fotofachmann Ersatz für das gestohlene Ladegerät und Ueberspielkabel von Katrins Kamera, so dass wir wenigstens Katrins Kamera weiter nutzen können. Auch der Fotomann und seine Frau versuchen uns zu trösten und sprechen uns Mut zu. Das tut ebenfalls gut.

 

Mit einem Taxi, Busse meiden wir verständlicherweise erst einmal, lassen wir uns auch in ein modernes Einkaufszentrum fahren, um das moderne Quito kennen zu lernen. Die Entfernungen sind in dieser Riesenstadt beträchtlich.

Und noch eine Erfahrung machen wir. Quito ist erheblich weiter entwickelt als alle Städte, die wir bisher gesehen haben, vielleicht die Innenstadt und der Stadtteil Miraflores von Lima ausgenommen. Dafür ist das Preisniveau auch deutlich höher als in Peru. Wir müssen uns an Preise wir in Europa gewöhnen. Ausserdem hat Ecuador seit 2000 keine eigene Währung mehr, sondern benutzt den US-Dollar. Wir müssen uns umgewöhnen.

Auch den zweiten Tag benötigen wir noch, um uns seelisch zu stabilisieren.

Wir lernen den Ortsteil La Mariscal, in dem unser Hotel steht näher kennen. Hier finden sich viele Restaurants, Bars und vor allem die meisten Reiseagenturen, so dass wir auch für die nächsten Unternehmungen in Ecuador uns informieren und planen können, bevor unser Freund Thomas kommt, um mit uns die Reise durch Ecuador und auf die Galapagos fortzusetzen.

 

Am Himmelfahrtstag beschliessen wir, uns der Stadt mit einer Citytour zu nähern. Das war eine gute Entscheidung, denn das städtische Tourismusunternehmen hat einen schönen offenen Bus mit vorzüglicher Erklärung in Spanisch und Englisch. Wir steigen in unserem Viertel ein und fahren in den historischen Stadtkern, an der Casa de la Cultura im Alameda Park, hoch zur neogotischen Basilica, die zwar von imposanter Grösse, aber kitschigen Details ist, die Höhe der Südweststadt dominiert. Von hier führt die Calle Venezuela steil hinab in den historischen Kern und zur Plaza Grande. Zum Andenken an die Befreiung von der spanischen Herrschaft ist die Freiheitsstatue, diesmal eine Frau, anders als in Trujillo, Zentrum des schönen Platzes. An der Südostecke fahren wir an der imposanten Fassade der Jesuitenkirche vorbei, durch die Calle del Ronda zur Plaza S. Domingo. Langsam bekommen wir eine Beziehung zu dieser Stadt und erkennen auch die Schönheiten. Einen atemberaubenden Blick gewinnen wir von dem Aussichtspunkt El Panecillo. Diesen die Stadt im Süden überragende Hügel, schon vor der Inkazeit mit einem Sonnentempel gekrönt, beherrscht nun eine gewaltige Statue, La Virgen de Quito. Zunächst denkt man, es sei wegen der grossen Flügel ein Erzengel, aber bei genauem Hinsehen erkennt man eine Marienfigur, die auf dem Halbmond steht und ein Drachengebilde am Boden zermalmt. Die Quiteños sind stolz darauf, dass sie die einzige Mariendarstellung mit Flügeln haben. Von dort hat man einen fantastischen Blick über die Südstadt, die sich das Tal hinaufzieht. Leider ist im Süden der eisgepanzerte Vulkan Cotopaxi von Wolken verhüllt. Dafür ist der direkte Blick auf die Dächer der Altstadt ungeheuer. Die Busrundfahrt endet in dem hochmodernen Viertel La Carolina mit breiten Avenuen.

Langsam fühlen wir uns in Quito angekommen und freuen uns auf die Ankunft unseres Freundes Thomas. Immer wieder haben wir schon Flieger über die Stadt beobachtet, wie sie zum Airport im Norden schweben. So wird er in dieser Nacht auch einfliegen.

 

                                              

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