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Erlebnise in Thailand

 

 

24.Januar 2016  Siem Reap – Bangkok

Unser Flieger nach Bangkok startet erst am Nachmittag, so dass wir den Vormittag mit Packen, Tagebuchschreiben, die Website pflegen und gemütlich die Zeit in dem schönen Hotel bis zum „Late Check Out“ verbringen können.

Kleiner Exkurs über das Internet und die Schwierigkeiten, die Website zu pflegen:  Von Erzählungen, der Lektüre vieler Berichte und meiner Erwartung her hatte ich eine ganz andere Vorstellung vom Internet in Asien. In einer Weltgegend, wo die Elektronik so boomt wie nirgendwo sonst, wo buchstäblich überall Wifi anzutreffen ist, habe ich ein komfortables und schnelles Internet erwartet. Weit gefehlt, man kommt zwar tatsächlich fast überall gratis in das Netz, aber wie langsam und mühsam ist das Surfen. Offenbar ist das Netz von so vielen Nutzern hoffnungslos überlastet. Das erschwert die Arbeit mit der Website erheblich. Nicht nur, dass jede Aktion endlos dauert, gerade beim Hochladen von Bildern werde ich oft aus dem Netz geworfen und muss wieder von vorne anfangen, ein ziemlich frustrierendes Unternehmen. Es macht keinen Unterschied, ob man in den Metropolen oder auf dem Lande das Internet nutzen will, ob in Viet Nam, Kambodscha oder Thailand. Soviel zu den Bedingungen, unter denen die Seite Gestalt annimmt und fortschreitet. Meine Randbemerkungen  sollen nicht larmoyant daher kommen, sondern erklären, warum die Seite nur schleppend und mit grossen Verzögerungen ruckartig wächst.

Bangkok 24.1. 2016

Der Flug mit Air Asia lässt sich gut an, weil  wir „Premium Flex“ gebucht haben, d.h. Express Check in, Express Boarding und eine Mahlzeit, obwohl die Flugzeit gerade etwas mehr als 1 Stunde dauert. Wir landen auf dem Domestic Airport Don Muang ganz im Norden. Die Fahrt mit dem Taxi zum Hotel gibt uns einen ersten Eindruck über die gigantischen Ausmasse dieser Megastadt von 9 Millionen Einwohnern. Der penetrante Geruch nach Tigerbalsam im Taxi störte Katrins empfindliche Nase beträchtlich, so dass sie noch nicht mal über die grosse Ansammlung von Hochhäusern staunen konnte. Unsere naive Idee, dass unser Hotel in dem Bayoke Suite Tower relativ nah zum Fluss gelegen sei, entpuppte sich als grosser Irrtum. Zum nassen Herz der Stadt war die Entfernung noch 8 km. Was das bei dem täglichen Verkehrsinfarkt bedeutet, sollte uns in den nächsten Tagen noch beschäftigen. Unser Hotel in dem 43 Stockwerke zählenden Hochhaus ist vom Raumangebot grosszügig, es funktioniert alles, wenn auch das Mobiliar etwas in die Jahre gekommen ist. Gegenüber steht der Bayoke Skytower, der unser Hotel noch um einiges überragt. Um  die Hochhäuser tobt auch am Abend die Geschäftigkeit, so dass wir den Eindruck haben, wir würden in downtown wohnen. Für das Abendessen finden wir eine kleine einheimische Kneipe mit einem fantastischen Essen. Sie wird für die nächsten drei Tage unsere Stammkneipe sein.

Bangkok 25.1. 2016

Als wir auf dem 11. Stockwerk in den Pool steigen wollen, erstarren wir fast vor Kälte. Bangkok begrüsst uns mit sehr kühlem Wetter. Das Frühstück im 43. Stockwerk bietet einen eindrucksvollen Blick über die Megacity und die vielen Hochhäuser. Weit unter uns zwischen den z.T. supermodernen Wolkenkratzern fristen die kleinen alten Gebäude und Wellblechbaracken ein tristes Dasein. Trotz Boomtown immer auch noch Dritte Welt. Fast eine Stunde braucht unser TukTuk, um durch den irrwitzigen Verkehr nach Westen an den Fluss  Chao Phraya zu gelangen. Leider können wir die Hochbahnen und den modernen Skytrain nicht nutzen, weil die in andere Richtungen fahren. Thomas hatte uns vorgewarnt, als er vor mehr als 20 Jahren in Bangkok war, ist ihm das Verkehrschaos sehr auf die Nerven gegangen. Wir statten zuerst dem traditionellen noblen Shangri La Hotel einen Besuch ab. Weltklasse-Komfort weht uns in den prächtigen Foyers entgegen. Von dort steigen wir auf eines der Touristenlangboote, das flussaufwärts auf den Wellen reitet. Beide Uferseiten säumt die Millionenstadt, so dass wir den Eindruck gewinnen, auf der Hauptschlagerader der Stadt zu den kulturellen Highlights zu fahren. Bei der rasenden Fahrt verliert Thomas seine Sonnenbrille mit geschliffenen Gläsern. Gottseidank gibt es in der Nähe unseres Hotels ein Optkiergeschäft, wo er eine neue in zwei tTagen bestellen kann, da er zufällig die Diotrin-Daten dabei hat. Mit der Fähre setzen wir auf die Westseite des Flusses über zu der ursprünglichen Hauptstadt. 1782 verlagerte der spätere König Rama I die Stadt auf die Ostseite. Aus dieser Umbruchzeit stammt das Heiligtum des Wat Arun. Erst wenn man näher kommt, erkennt man, dass der 82 m hohe Turm und seine Anbauten mit Bruchstücken chinesischen Porzellans verziert sind. Auch in dem Tempelschrein beeindruckt uns eine grossartige Buddhastatue. Die qualitativ hochrangigen Gemälde an den Wänden erzählen aus dem Leben Siddhartas.  Ein buddhistisches Kloster ist dem Heiligtum angeschlossen. Mehrere Schulklassen werden von den Mönchen verköstigt. Das Kindergeplapper gibt der ganzen Atmosphäre etwas unglaublich Lebendiges. Mit der Fähre setzen wir wieder auf die Ostseite, um in dem Restaurant „Ratanakosin“, das die Reiseführer zu recht empfehlen, mit Blick auf den Wat Arun ein verspätetes Mittagessen zu uns zu nehmen. 

Am Nachmittag lassen wir uns ein wenig treiben: wir schlendern über den Amulett-Markt, ein eigenartiger Platz thailändischer Spiritualität. Penibel untersuchen die Sammler mit Lupen die angebotenen Stücke. Wir lesen, dass die Thais nach Schätzungen 95 Millionen Euro jährlich für Amulette ausgeben, dass Amulette wichtiger sind als Versicherungen. Das ist eine ganz fremde Welt. Da wirkt die wissenschaftliche Ausstrahlung der nahen Thammasat Universität vertrauter. Im angrenzenden Backpacker-Viertel Bamlangphu erstehen wir eine thailändische SimCard für unser Handy und lassen sie sogleich aufladen.

Zum Sonnenuntergang gönnen wir uns  einen Sundownerdrink auf der Terrasse des Oriental Hotels mit grossartiger Aussicht auf den Fluss und die langsam sich entwickelnde Illumination der grossen Stadt. Hier kann man nachvollziehen, dass so mancher Bangkok als Traum wahrnimmt. Wenn einer aber wenig weiter die bis in das vierte Stockwerk durch die Luftverschmutzung und Feuchtigkeit schwarz gewordenen Häuser, die ärmlichen Wellblechbehausungen dazwischen und den Stromkabelwald nicht gesehen hat, der hat Bangkok nicht wirklich erlebt. Leider müssen wir bald Abschied nehmen aus der unwirklich märchenhaften Welt und uns in den Moloch des realen Bangkok stürzen. Es wird eine endlos frustrierende Staufahrt im Abgasgestank.

Bangkok 26.1.

Abgasgeschädigt vom Vortag, ziehen wir heute ein geschlossenes Taxi vor im täglichen Mobilitätswahnsinn dieser  Stadt der Engel, wie der offizielle Name Bangkoks lautet. Unser Ziel: Wat Pho, ein Tempel mit mehreren Superlativen: ein gigantischer liegender Buddha, 46 m lang u. 16 m hoch, mit Blattgold überzogen, scheint das Gebäude fast zu sprengen. Natürlich sind wir bei dieser weltbekannten Attraktion nicht die einzigen und müssen uns schier einen Platz zum Fotografieren erkämpfen. Eine andere Superlative: die grösste Sammlung an hockenden Buddha Figuren Thailands, die die Könige hier zusammengestellt haben, eine schöner als die andere. Sie stehen in den weitläufigen Hallen, die den Haupttempel umgeben. Hier strömen die Massen nicht hin und wir geniessen die fast mystische Ruhe, die diese Figuren ausstrahlen. Eine kleine Anzahl gekachelter Stupas soll an die ersten Könige der Neuzeit erinnern. Uns fallen die Glockenform und die ausgeprägten Ecken der Basen auf.

Die angrenzende Chinatown Bangkoks saugt uns buchstäblich ein. Ein solches Gewimmel und die Myriaden von Verkaufsständen machen das Vorankommen in den Strassen zur Anstrengung. Und was dort alles verkauft wird! An einer Strassen Garküche nehmen wir unser Mittagessen. Katrin hatte zunächst Bedenken, aber dann ist sie von der Qualität sehr überzeugt. Ausserdem hat sie auch noch andere „Langnasen“ (wie die Chinesen uns Europäer nennen) in solchen Garküchen essen sehen. Wir durchmessen ganz Chinatown zu Fuss, was ein ziemliches Orientierungs- und  Durchhaltevermögen erfordert, und landen dann am Bahnhof Hualangphom. Der von niederländischen Architekten kurz vor dem Ersten Weltkrieg erbaute Bahnhof ist ein schönes Beispiel für Art deco alla Thailand. An den Gleisen erhaschen wir noch einen Blick auf den berühmten East Oriental Express, den Luxuszug nach Singapore.

Den Abschluss dieses ereignisreichen Tags krönt ein Besuch der Skybar auf dem Lebua Tower. Gerade im richtigen Moment erleben wir den Sonnenuntergang vom 64. Stockwerk. Wenn auch die Drinks astronomisch teuer sind, so ist der Blick über die aufflammenden Lichter der Megastadt in der kurzen Dämmerung überwältigend. Weit emporgehoben über das reale Bangkok wirkt dieser Anblick geradezu traumhaft schön. Wenn nur nicht die Heimfahrt in unser Hochhausviertel inmitten des Verkehrsinfarktes wäre!  Um unser Hochhaus tobt seit heute das thai-chinesische Neujahrsfest. Dazu haben sie eigens einen Schrein mit Buddhafiguren aufgebaut. Das ganze glitzert von bonbonfarbener Pracht, für unser Auge vielleicht Kitsch, aber hier passt es irgendwie.

 

Bangkok  27.1.

An unserem letzten Bangkoktag sollte das wichtigste Highlight, der Königspalast und Wat Phra Kaew, Thema sein. Dieselbe Idee hatten wohl tausende von chinesischen Touristen auch. Jedenfalls herrschte im Tempelbezirk Wat Phra Kaew ein unbeschreibliches Gedränge, schlimmer als in den Vatikanischen Museen. Das trifft vor allem für die Hauptattraktion zu, den Tempel des Smaragdbuddha. Bei dem jahrmarktähnlichen Geschiebe verliert man fast den Blick für die überirdisch schöne Architektur: Schlanke Stupas mit gekachelter Oberfläche in Orange und Grün, zierliche vergoldete Dächer, die von schlanken mosaikgeschmückten Säulen getragen werden. Die Dachfirste und Regentraufen sind stilisierte vergoldete Schlangen. Die Wächtergiganten sind so prächtig mit farbigen Kacheln geschmückt, dass sie eher wie überdimensionale Opernfiguren als abschreckend aussehen. Wegen des beispiellosen Gedränges fällt es schwer, diesen magischen Ort auf sich wirken zu lassen. Erst in den weitläufigen Hallen, die mit kunstvollen Wandmalereien aus dem Rama-Mythos geschmückt sind, können wir in Ruhe die Bilder geniessen.

Das Mittagsessen nehmen wir im Royal Thai Navy Club ein. Hervorragendes Essen bei überraschend zivilen Preisen. Von hier starten wir auch eine Bootsfahrt in die Khlongs auf der Westseite der Stadt. Wir gleiten durch ein an Venedig erinnerndes Kanalsystem. Hier stehen idyllische Wohnoasen in direkter Nachbarschaft mit zusammenfallenden Elendshütten, typisch für diese Stadt der starken Kontraste. Die angepriesenen „floating markets“ stellen sich als zwei Kanus von Thaifrauen heraus, die alles Mögliche, aber kaum Brauchbares lautstark feilbieten. Immerhin eine Flasche mit kühlem Trinkwasser kauft Katrin zu entsprechend hohem Preis der einen ab. Als besondere Attraktion sehen wir einen ziemlich grossen Waran, der sich auf einem Mauervorsprung sonnt. Wir bleiben in respektvoller Entfernung, um seine schön schillernde Haut zu betrachten.

Den Tag wollen wir im Bamlangphu-Viertel mit einem schönen Dinner abschliessen. In einem der vielen Strassen-Restaurants geniessen wir einen wunderbar auf den Punkt gegrillten Fisch.

 

28.1.  Bangkok – Phuket

Unser Flieger soll um 16 Uhr vom Inland-Flughafen Don Muang starten. Also nutzen wir die Zeit bis zum Check-Out um 12 Uhr mit Packen, Schreiben und Lesen. Als wir nach 17 Uhr in Phuket landen trennen sich unsere Wege für eine Woche, Thomas strebt seinem Tauchaufenthalt in der Andamanensee zu, wir statten Katrins ehemaliger Kommilitonin aus der Event-Akademie in Baden-Baden, Meike Lange, die im Stadtteil Chalong wohnt, einen Besuch ab.

Tagebuch Katrin u. Detlev

Wir dachten, wir wären dem Verkehrschaos von Bangkok entronnen, wie naiv! 1 ½ Stunden benötigt unser Taxi, um stockend bis in den Süden der Phuket-Insel zu gelangen. Ein Gewitter-Platzregen macht als Begrüssung die Ankunft spannend. Da Meike eine Theaterprobe besucht, kommen wir zunächst in dem Seafood-Restaurant „Kan Eang2“ unter und lassen es uns mit je einem gegrillten Fisch gut gehen. Für Katrin allerdings ist das ein Genuss mit Reue: eine kleine Gräte bleibt ihr im Hals stecken, womit sie noch 2 Tage zu tun hat.

Meike holt uns in dem Restaurant ab und lädt uns gastfreundlich in ihr schönes Haus, direkt am Meer, ein. Der Abend verfliegt mit vielen Gesprächen, denn die beiden Frauen haben sich lange nicht gesehen.

 

29. u. 30. Januar  Phuket-Chalong, Kata Beach

Heute ist Ausruhen angesagt. Dazu bieten das schöne Haus mit der verzaubernden Aussicht auf die Phuket-Bucht und natürlich der Pool die besten Voraussetzungen.  Für Abwechslung sorgen auch die Haustiere von Meike, 2 Katzen und 2 Hühner & Hahn, der auch den Sonnenaufgang krähend ankündigt, wie man es eben von einem Hahn erwartet. Meike bewohnt das Haus mit ihrem Mann, Mig, der erst am Sonntag von Geschäftsreise wieder kommt, so dass wir ihn leider nicht mehr kennen lernen können.

Katrin nutzt den Tag, um zum Frisiersalon zu gehen, wo die Inhaberin sogar deutsch spricht, während ich die Tickets für den Transfer und die Ueberfahrt zur Insel Koh Yao Noi besorge.

Am 30. Januar lernen wir Freunde von Meike kennen, Anja und Jo, ein unternehmungslustiges Paar, das schon die ganze Welt bereist hat und unheimlich interessant erzählen kann. So fliegen die Stunden des Vormittags nur so dahin. Am Nachmittag wollen wir einen der berühmten Strände von Phuket kennen lernen. Wir wählen Kata Beach, der am kürzesten von Chalong zu erreichen ist. Mit 35 Thb (1 USD) fährt uns der Bus dorthin. Der Strand ist, wie erwartet, wunderschön. Aber das finden offenbar viele. Deshalb liegen die Urlauber hier wie die Oelsardinen, ein Flashback in die 60iger Jahre Rimini. Die überwiegende Anzahl der Badegäste bietet einen heftigen Anschauungsunterricht, was die Zeit mit Körpern anrichten kann. Aber das Wasser, das einen fast weissen Sand bespült, ist herrlich erfrischend. Auch der Retortenort hinter dem Beach bietet alles nur keine gemütliche Ecke. Neben Thai- beherrschen vor allem die russischen Schilder die Szene. Da wir den letzten öffentlichen Bus verpasst haben, sind wir Opfer der Taximaffia, gegen die wir keine Chance mit Handeln haben. Wir müssen für die relativ kurze Fahrt 400 Thb berappen. Am Abend erreicht uns noch ein Anruf, dass wir schon um 8 Uhr statt um 9 Uhr, wie ursprünglich vereinbart, abgeholt werden. Wie gemütlich!

 

31. Januar Phuket-Chalong, Koh Yao Noi

Mit heftiger Verspätung werden wir abgeholt, aber es reicht noch gerade um am Pier ganz im Nordosten der Insel Phuket das Schnellboot nach Koh Yao Noi zu erreichen, das uns in heftiger Fahrt zu der kleinen Insel  nordöstlich von Phuket bringt. Schon die Fahrt mit dem Pickup-Bus zu unserem Hotel offenbart uns, hier sind wir richtig, eine noch ursprünglich tropische Insel mit viel Wald, ohne Massentourismus. Auch unser Hotel, ein Bungalow mit Meeresblick, etwas angejahrt, aber alles vorhanden und gemütlich, behagt uns sehr. Einziger Wermuttropfen: in den Wirren des Ankommens mit viel Gepäck und Formalitäten kommt mir mein Hut abhanden. Wir haben den starken Verdacht, dass er einem andern gefallen hat. Schade.

Mit den ersten Schritten erobern wir die Ostküste der kleinen Insel. Leider ist der Strand vor unserem Hotel ziemlich steinig, so dass wir die nächste Bucht versuchen. Auch hier kein so idealer Strand, aber etwas besser. Das Markenzeichen der Insel sind nicht so sehr die weissen Traumstrände. Vielleicht ist sie daher noch nicht vom Massentourismus überrannt und noch recht ursprünglich. Gut so!

 

1. Februar  Koh Yao Noi

Welch schönes Aufwachen in dem tropischen Garten. Die Sonne geht über den bizarren Kalkfelsen, die wie märchenhafte Pilze mit einem Hut aus tropischem Wald aus dem Wasser ragen, auf und taucht alles in ein warmes Licht, bevor sie unerbittlich vom Himmel brennt. Wir geniessen die Ruhe und die Entschleunigung.  Lesen, der Kampf um eine funktionierende Internetverbindung, damit die Website weiterwachsen kann, gemütlich speisen, Mittagschlaf, in den Tag dösen, das tut uns gut.

2. Februar Koh Yao Noi

Heute haben wir ein Motorbike gemietet, um die Insel etwas zu erkunden. Sie ist nur spärlich besiedelt, zu 90 % von muslimischer Bevölkerung, deshalb viele Frauen mit Kopftüchern und ein kleine hübsche Moschee im Hauptort. Die Menschen leben hier vom Reisanbau auf den wenigen Feldern, die dem Urwald abgerungen sind, vom Fischfang und vom Tourismus natürlich, der gottseidank sich hier noch nicht explosionsartig ausgebreitet hat. Wir erfahren, dass auch hier der Regen gegen die Gewohnheit ausgeblieben ist, so dass den Reisbauern untersagt wurde, eine zweite Erntefolge auszubringen. Auch hier ist der Klimawandel spürbar.

Der kleine Ort bietet alle Fazilitäten, eine Bank, Post, Geschäfte, in denen ich mir einen Hutersatz erstehen kann. Katrin geniesst eine Fussreflexzonenmassage. An der flachen Westküste, die mit dichtem Mangrove-Dickicht bewachsen ist, finden wir ein hübsches Fischrestaurant, wo wir zunächst die einzigen Gäste sind, bevor eine Familie aus Stendhal uns nette Gesellschaft leistet. Wir bekommen einen White Snapper mit Salzkruste im Ofen zubereitet. Wir haben schon lange nicht mehr einen so guten Fisch gegessen. Katrin ist mit den Gräten besonders achtsam.

Die Insel ist, wie gesagt, nichts für Massentourismus. So treffen wir überall nette und interessante Leute aus aller Welt, auch Deutsche, die sich hier für ein paar Jahre als Aussteiger niedergelassen haben.

3. Februar  Bootstour in die Phang Nga Bay (mit der berühmten James Bond Insel)

Heute haben wir eine private Bootstour in die Phang Nga Bucht geordert. Unser Guide Yank fährt uns mit seinem Geländewagen zum Pier, nachdem er ziemlich Mühe hatte in dem muslimisch geprägten Inseldorf Bier für uns zu kaufen. Das hat er sich dann auch zum Schluss teuer bezahlen lassen. Doch ich will nicht zu weit vorgreifen.

Das Langboot peitscht über die Wellen an der Westseite von Koh Yao Noi entlang gen Norden. Schon bald tauchen die ersten bizarren Kalkfelseninseln auf, die der Urwald wie ein Mantel umhüllt. Bei der ersten grösseren Insel Koh Panek gehen wir an Land und untersuchen eine Höhle. Unser Guide und der Bootsführer geleiten uns mit Stirnlampen durch die dunkle niedrige Höhle in ein kleines von senkrechten Felsen umstandenes kreisrundes „Tal“. Die Mangrovebewachsung macht deutlich, dass das Tal bei Flut überschwemmt wird und die Höhle dann unpassierbar, ein unglaublicher Ort, dessen Atmosphäre wir geniessen, bevor eine grössere Schiffsladung den Ort okkupiert. Hier macht sich der Luxus unsrer Privattour bezahlt, indem wir immer früher als die Massen ankommen und die überwältigende Natur ungestört geniessen können. Das wirkt sich besonders bei der nächsten Höhle aus, die wir auf derselben Insel an einer anderen Stelle erobern. Diesmal eine Tropfsteinhöhle mit grossartigen Säulen aus Stalagmiten und Stalagtiten. Nicht umsonst nennen die Einheimischen sie „Eiscreme“ – Höhle. Unser Boot umrundet einen einsam zwischen zwei Inseln hochragenden Felsturm, viel eindrucksvoller noch als die berühmte „James Bond“-insel, bevor wir an einem einsamen Strand picknicken und schwimmen. Was für ein Luxus!

Mit dem Massen kommen erst wieder in Kontakt, als wir uns der Insel nähern, die der James Bond Film „Der Mann mit dem goldenen Colt“ berühmt gemacht hat. Auch hier umfahren wir den Ansturm und erblicken die Felsnadel, die wie die deutsche Generationspyramide aus dem Wasser ragt, schon ein merkwürdiges Naturschauspiel. Auch das nächste Highlight, das „floating village“ Koh Panyee betrachten wir in gemessenem Abstand von unserem Boot aus und vermeiden den Ort, der von chinesischen Touristen buchstäblich überrannt wird. Die lange Rückfahrt an den vielen Felsformationen vorbei ist ein reiner Genuss. Der kühlende Fahrtwind macht auch die drückende Nachmittagssonne erträglich.  An einem einsamen Strand auf der Nachbarinsel Koh Kudu (Nationalpark) nehmen wir noch einmal ein Bad, die idyllische Lage wird durch die vielen spitzigen Steinchen etwas aufgerauht, trotzdem wunderschön und einsam.

Den Abend verbringen wir mit gutem Essen und herrlichem Nichtstun.

4. Februar  Koh Yao Noi

Unseren letzten Inseltag verleben wir ganz unspektakulär. Katrin gönnt sich ein Massage, diesmal die volle Drühnung. Nach Ihren Aussagen fühlt sie sich wie neugeboren, für mich trotzdem kein Grund zur Nachahmung. Nach einem beschaulichen Mittagessen im wahrsten Sinne des Wortes, wir schauen ohne Unterlass auf die wunderschöne Bucht und die Felseninseln draussen, ärgern wir uns als Kontrast über die fehlenden Strände. Der bisher einzig brauchbare sieht bei Ebbe aus wie das Wattenmeer. Den Abend lassen die angeregten Gespräche mit unseren Schweizer Bungalow-Nachbarn Erika und Hanspeter wie im Flug vegehen.

 

Tagebuch Thomas:

30.1. - 4.2. Tauchtrip Thomas in der Andaman See

 

Tauchgebiet, Schiff und Bordleben

 

Die Similan Islands liegen als ein weltbekanntes Tauchgebiet ca. 70 km  vor der Südwestküste Thailands. Neben den  neun "Similan" Inseln  (Aus dem Malayischen für "neun") zählen seit einiger Zeit auch die nördlich gelegenen Inseln Koh Bon und Koh Tachai mit zu diesem Nationalpark Thailands.  Unser Tauchschiff ist der Dreimaster "The Junk" der in den 60iger Jahren ursprünglich einmal als eine der letzten Lastdschunken in Hongkong vom Stapel gelaufen war. Das Holzschiff verfügt über einen 200 Jahre alten Hauptmast der zur notwendigen Aushärtung 30 Jahre im Erdreich vergraben war und versprüht i.ü. "007-Ambiente" da die Eröffnungssequenzen des Streifens mit Roger Moore seinerzeit auf dem Schiff in Hong Kong abgedreht wurden. Der Antrieb erfolgt jedoch heutzutage weniger romantisch per Schiffsdiesel. Untergebracht sind die 15 zahlenden Taucher in 6 Kabinen. Um die Gäste sorgt sich neben den drei Dive Masters aus den USA, Frankreich und Thailand eine sehr freundliche Thaicrew von der Köchin bis zum Captain von weiteren 7 Personen. Das Bordleben spielt sich weitestgehend auf dem mit einem Sonnensegel geschützten Vordeck, dem Salon (vom Morgenkaffee aus der italienischen Edelmaschine bei dem ersten Tauchbriefing um kurz nach 7 Uhr bis zum nächtlichen Absacker) sowie dem eher weniger frequentierten Sonnenoberdeck ab. Ansonsten ist der Tagesablauf des Tauchlebens eher "monoton", d.h. Essen, Tauchvorbereitung, Tauchgang (von bis zu 60 Minuten und gut 30 Meter Wassertiefe) Essen, Ausruhen bis zum nächsten Tauchbriefing etc. Unsere Dschunke schippert dazwischen - je nach Tauchgebiet, ggf. auch nachts - zum nächsten Unterwassereinsatzgebiet.

 

 

Unterwasserwelt

 

Um mit der eher unschönen Seite der Medaille zu beginnen, die Feststellung, dass der Klimawandel auch vor den Küsten Thailands nicht halt macht. Festmachen lässt sich dies an den in den letzten Jahren gestiegenen Wassertemperaturen in wenigen Jahren. Diese sind - nach Aussagen der Dive Masters als auch "wiederholender" Taucher - von ca. 28-29 Grad Celsius an der Wasseroberfläche um circa 2 Grad gestiegen. Dies hat zu einem deutlich feststellbaren "bleaching" eines Teils der Korallenbänke geführt. Davon sollen im Jahre 2011 bis zu 90% der Korallenriffe Thailands betroffen gewesen sein. Daraufhin hatten die Behörden Thailands im gleichen Jahr ein temporäres Zugangsverbot zu den Riffen ausgesprochen. Die erhöhte Wasser Temperatur führt zu Stress bei den sensiblen Korallen, die dadurch bestimmte mikroskopisch kleine Algen nicht mehr als Nahrung aufnehmen können, durch die sie ihre leuchtend bunte Farbenpracht erhalten. Nach meinen Beobachtungen sind jedoch (noch bzw. wieder) kerngesunde Korallenbänke in ausreichender Anzahl auffindbar. Beobachtbar ist sogar eine Wiederbelebung einstmals (weitgehend) abgestorbener Korallenbänke, wie z.B. am "Richelieu Rock", einem ertauchbaren bis an die Wasseroberfläche ragenden Felssolitär samt Korallenbänken von ungefähr 35 Meter, der an der Grenze  zu Myanmar gelegen ist. Damit verblüfft die Natur mit ihren Selbstheilungskräften offenbar Laien als auch Experten, wie z.B. Meeresbiologen.

 

Fischwelt

 

Die Similan Islands nebst der weiteren Riff- und Unterwasserwelt bis zur burmesischen Grenze zeichnet eine grandiose Fisch- und sonstige Artenvielfalt aus, die hier nur kursorisch skizziert werden kann. Am nördlichsten Unterwasserpunkt, dem Richilieu Rock, gibt es alles zu sehen was das Taucherherz vom Micro- bis zum Grossfisch begehrt: Leopardenhai ("gesehen"), Wal- und Zebrahai ("nicht gesehen"), Mantas bzw. Riesenrochen (bis über 5 Meter Spannweite - "gesehen" etc), aber auch Seepferdchen, Harlekin Garnelen, und riesige Schwärme von Makrelen, Grossbarschen, Snappern und Klippfischen. Und das Ganze im Umfeld einer Mischung aus Steilwänden, Höhlen und Korallengärten mit einer starken farblichen Tendenz zum Purpur die auch den Namen des Riffs begründet. Die Similan Islands gelten zwischenzeitlich als umweltpolitisches Vorzeigeprojekt im asiatischen Raum. Auch die südlichen Inseln der Gruppe hatten uns mit Unterwasserhighlights wie einem Barrakudaschwarm mit hunderten von Fischen über 1 Meter Länge beglückt, die sich kreisender Weise um uns herum bewegten. Dazu hauchdünne Flötenfische mit bis zu 1,5 Meter Länge sowie Skorpion- und Feuerfische mit perfekter Tarnung für ihre Artgenossen als auch die Taucher. Der anregendste Moment war ein kopulierendes Sepiapärchen, welches sich auch durch einen eingreifenden Nebenbuhler nicht von seinen Vergnüglichkeiten abhalten ließ.

 

 

Fortsetzung der gemeimsamen SOA-Tour

 

5.2.2016  Koh Yao Noi – Phuket Airport – Chiang Mai

Um 14 Uhr 30 holt uns das Shuttle ab und bringt uns zum Manoh Pier, wo schon das Langboot wartet um uns in einer Stunde zur Phuket Insel zu bringen. Wenn auch im Dunst, so grüssen die Felseninseln der Phang Nga Bay geheimnisvoll herüber und erinnern uns an das eindrucksvolle Abenteuer am 3. Februar. Am Airport treffen wir Thomas. Wir haben uns viel zu erzählen und auszutauschen. Gegen 21 Uhr landet die Maschine nach 2 Stunden Flug in Chiang Mai, unserem nördlichsten Standort in Thailand. Wir merken gleich, dass trotz der Massen chinesischer Touristen auch hier alles viel weniger hektisch und ruhiger abläuft. Und das Klima: unser erster Eindruck, angenehm frühsommerlich, wir sind dem Treibhaus erst einmal entronnen.

Das Hotel trotz Innenstadtnähe ruhig und bequem. Um die Ecke finden wir eine Garküche an der Strasse, wo wir zünftig, aber lecker zu Abend essen. Nun ist Thomas an der Reihe, eine Erkältung   zu erleiden. Es ist gut, dass wir die nächsten Tage das Tempo etwas drosseln können.

6.2. 2016  Chiang Mai

Ein sommerlicher Tag, angenehm warm, lädt uns ein, die Stadt zu erkunden. Sie gilt als eine der ältesten Kulturstädte in Thailand, ist um 1296 gegründet, und feiert heute mit einem eindrucksvollen Blumencorso ihr 720. Bestehen. Dazu dann etwas später. Von den 200 Tempeln der Stadt haben wir auch nicht annähernd vor, alle zu besuchen. Der erste auf unserem Weg, Wat Hua Khwang, ist ein hübsches Heiligtum, hervorragend restauriert, zeigt als Spätling aber noch die typische Struktur eines Tempel der Lanna-Zeit, wie wir lernen: jene grossen dreistufig zur Mitte hin ansteigenden Dächer mit reich verzierten geschnitzten Dachfirsten und Traufen. Vor einem Seitengebäude steht in majestätischer Haltung der Gott Brahma, der viergesichtige, mit sehr weiblichen Zügen. Nur das dünne angemalte Bärtchen zeigt seine Geschlechtszugehörigkeit.

Am Tha Phra Pokklao Platz kommen uns Strassenkapellen und mit Blumen ausgeschmückte Umzugswagen entgegen. Die Motive der Wagen sind über und über fantastisch und fantasievoll mit verschiedenen Blumen (die Orchidee ist die vorherrschende Blüte) ausgeformte  Themen, meist mythologische Figuren oder kleine Tempel oder thronende Buddhas. Aber offizielle kommunale Behörden und auch Firmen haben Wagen ausgestattet. Air Asia z.B. wirbt mit einem Blütenflugzeug. Bevölkert sind die Wagen mit festlich geschmückten Schönheiten, sowohl weiblich wie männlich. An dem Platz endet der Umzug, die Mitwirkenden springen von den Wagen und lassen sich vom Publikum bewundern. Thomas und mich ziehen die weiblichen Thaischönheiten mit ihren Designerkleidern und ihren z.T. mit Orchideen besteckten Hochfrisuren in Bann. Katrin ist beeindruckt von schlanken, besonders hoch gewachsenen jungen Thais mit ihren goldfarbenen Hosen. An den Plakaten lesen wir, dass Chiang Mai zum 40. Mal dies Blumenfest feiert und gleichzeitig sein 720-Jahre-Fest. Welch ein bunter und heiterer Empfang!

Hauptanziehungspunkt, leider auch für die vielen chinesischen Touristen, ist der Tempel Wat Phra Singh. Er beherbergt die heiligste Buddhafigur der Stadt (den Löwenbuddha). Die Halle des Klosters stammt aus dem 14.Jhdt. und ist ein perfektes Beispiel für den nordthailändischen oder Lanna-Stil.  Zwischen den reich verzierten Giebelbalken überspannt ein mit kostbaren Intarsien und Goldplättchen verziertes Holzpaneel den Eingang. Grimmig schöne Nagaschlangen halten die bösen Geister auf beiden Seiten des Treppenaufgangs fern. Im  Innern herrscht trotz des Gedränges eine beindruckend ruhige Atmosphäre. Es scheint so, als ob die mächtige Buddhafigur einen beruhigenden Einfluss auf die Massen hat. Der zentrale Stupa, mit Goldfarbe überzogen, ruht auf einer achteckigen Basis, typisch für den Lanna-Stil. Diese Zahlensymbolik ist uns ja auch aus der christlichen Architektur bekannt. Wir lassen uns so dahin treiben in dieser angenehmen Stadt, so dass wir in einer der vielen Garküchen gerade noch als letzte Mittagsgäste verköstigt werden.

Am Buak Hat Park im Süden der Innenstadt ist wegen des Blumenfestes ein riesiger Blumenmarkt aufgebaut. Hier sind auch die meisten Wagen des Blumencorsos abgestellt, so dass wir uns an der Pracht und Vielfalt kaum satt sehen können. Obwohl sich die Motive und Sujets wiederholen, so begeistert doch das fantasievolle Spiel mit den unzähligen Variationen. Auch hier ist die Orchidee die Primadonna. Langsam schwinden dem gesundheitlich angeschlagenen Thomas die Kräfte, so dass ein TukTuk gerade recht kommt, um uns zum Hotel zurückzufahren.

Während Thomas heute Abend ausruht, machen Katrin und ich uns auf, um quer durch die Stadt den Nachtmarkt von Chiang Mai zu erobern. Die Stadt brummt im Blumenfestfieber, auf vielen öffentlichen Plätzen werden Konzerte und Tanzaufführungen geboten. So kommen wir dem Nachtmarkt nur in die Nähe, zumal ich mich bei Travel-Agenturen kundig mache, wie wir von Chiang Mai nach Laos weiterkommen. Unsere Neugier auf den Nachtmarkt wird von einem Rotlichtviertel unmittelbar davor gebremst, so dass wir in einem italienischen Restaurant mal eine kleine Abwechslung von der asiatischen Küche geniessen.

7.2. Chiang Mai

Der Wat Phan Tao ist ein gottseidank weniger bekanntes Kleinod Chiang Mais. Die grosse Halle besteht aus verzierten Teakholzplatten und wird im Innern von 28 gigantischen Teaksäulen getragen. Nebenan zieht die Hauptattraktion von Chiang Mai, der Wat Chedi Luang, die Besucherströme an.  Er beherbergt einen riesigen hochverehrten Stupa, heute teilweise zerstört, aber in seiner gewaltigen Grösse immer noch sehr beeindruckend. In ihm befand sich der Edelstein- und Smaragdbuddha (Phra Kaew), der sich heute im gleichnamigen Tempel im Königspalast-Areal in Bangkok befindet. In drei der in vier Himmelsrichtungen schauenden Nischen sind Buddhafiguren gestellt. Am Giebel der Südseite sind noch sechs Elefanten zu sehen. Die grosse Halle ist geschmückt mit Fähnchen, auf denen die zwölf Tiere der chinesischen Jahreszyklen abgebildet sind. Dahinter verschwindet fast die monumentale Sitzfigur Buddhas. Auf dem Gelände des Wat Phan An sind viele Essbuden und Garküchen aufgebaut. Die heimelige Atmosphäre des Klostergartens und die eintönigen Klänge, die aus den Lautsprechern tönen, bilden einen angenehmen Hintergrund für Mittagspause und Lunch.

Am Nachmittag werden an und auf den Strassen des Zentrums die Stände für den Sonntagmarkt aufgebaut. Bevor das Gedränge überhandnimmt, streben wir wieder unserem gemütlichen Hotel zu.

8. Februar Chiang Mai

Wir möchten um einen Tag verlängern, weil Katrin gerne auf der Post ein Paket nach Hause mit Sachen, die allmählich nicht mehr in den Rucksack passen, schicken will. Wir wissen von anderen Reisen, dass so ein Unternehmen ziemlich umständlich und aufwendig sein kann, und sind überrascht, als das in Thailand doch ganz problemlos über die Bühne geht. Wir haben sogar noch Zeit zu einem Samsung Service Center zu gehen, um das verlorene Aufladkabel für Katrins Tablet zu ersetzen. Also ein ziemlich erfolgreicher Zusatzaufenthalt in Chiang Mai. Es ist auch schön, noch mal ganz entspannt durch diese hübsche Stadt zu schlendern, auch wenn unsere Zusatznacht im Hotel noch einen hektischen Umzug von einem in das andere Zimmer erfordert hat. Auch Thomas kam der Tag zugute, um an seiner Gesundung weiter zu arbeiten.

Kleiner Rückblick auf Thailand

Gegenüber Viet Nam und vor allem Kambodscha macht Thailand wirtschaftlich einen wesentlich entwickelteren Eindruck. Thailand gehörte ja schon seit vielen Jahren zu den asiatischen „Tigerstaaten“ und hat sich seit dem Währungscrash in den Neunziger Jahren wieder gut aufgestellt. Die Hauptstadt Bangkok brummt als Drehscheibe des Südostasiengeschäftes, und das macht sich in dem Wahnsinnsverkehr bemerkbar. Auch in den Touristenstandorten, die wir besucht haben, kann man sich auf einen hohen Standard und kompetenten Umgang mit Tourismus verlassen. Dazu die Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit der Menschen machen das Land zu einem angenehmen und komfortablen Reiseland, abgesehen von den abschreckenden Massentourismus-Hochburgen rund um Phuket, die uns in hohem Masse abgetörnt haben.

Die politische Lage wird zurzeit bestimmt durch die unbefristete Militärregierung nach den Unruhen vor 2 Jahren. Einem Touristen fallen die grosse Polizeipräsenz und die öffentliche Ruhe auf, wie weit die Presse gleich geschaltet ist, können wir nicht erkennen. Jedenfalls fällt auf, dass die unterschiedlichen Zeitungen, soweit ich das wahrnehmen konnte, so ungefähr die gleichen Themen und Bilder bieten. In ihrem Jahresbericht von 2015 stufte die US-amerikanische Organisation Freedom House auf einer Skala von 1 (beste) bis 7 (schlechteste Wertung) die politischen Rechte in Thailand mit der Wertung 6, bürgerliche Rechte mit 5 ein. Das heißt, dass das Land als unfrei zu betrachten ist. Der Grundkonflikt des Landes wird bestimmt durch den unüberbrückbaren Gegensatz zwischen der armen Landbevölkerung und den städtischen Eliten, die sich als royalistisch ausgeben und die Demokratie, die durch die Mehrheit der Landbevölkerung kontinuierlich bestimmt wird, abschaffen wollen. Ziemlich verfahrene Situation, die das Militär genutzt hat, wie so oft in der Geschichte des Landes, um die Macht an sich zu reissen (insgesamt 8mal seit 1974). Allerdings konnte die Opposition dem demokratisch gewählten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra (Vertreter der Interessen der Landbevölkerung) auch massive Korruption vorwerfen, so dass er abgesetzt wurde und derzeit im Exil einer Verurteilung zuvorgekommen ist.

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